Rasen im Frühjahr richtig pflegen

Rasenpflege im Frühjahr – 5 Tipps vom Gartenprofi

So bekommen Sie Ihren Rasen nach dem Winter wieder fit

Endlich ist der letzte Schnee getaut und das erste Grün kommt im Garten zum Vorschein. Jetzt kann sich der Rasen im Frühjahr gut von den Strapazen des Winters erholen. Unterstützen Sie Ihren Rasen gleich zum Anfang des Frühlings mit unserer Handvoll Tipps zur richtigen Rasenpflege – egal ob Rollrasen oder „normale“ Wiese. Schon Ende Februar, aber spätestens im März, können Sie mit den ersten Maßnahmen starten.

Die 5 wichtigsten Schritte bei der Rasenpflege im Frühling im Überblick

Rasenpflege im Frühjahr: Zuerst den Rasen nach dem Winter abharken

Harken Sie den Rasen ab und befreien Sie ihn von altem Laub, Verfilzungen und Zweigen. Danach mähen Sie den Rasen das erste Mal im Frühling. Düngen Sie den Rasen und versorgen Sie damit das Gras mit neuen Nährstoffen. So wird das Wachstum des Rasens im Frühling angeregt. Durch das Vertikutieren im Frühjahr geben Sie dem im Winter verdichteten Boden frische Luft. Zur Rasenpflege im Frühjahr gehört auch das Kalken – allerdings abhängig vom pH-Wert des Bodens. Im späteren Frühjahr lohnt es sich, kahle Stellen auf der Wiese durch Aussähen von Grassamen aufzufrischen. Regelmäßiges und richtiges Wässern des Rasens runden die Rasenbehandlung im Frühjahr ab.

Unsere Rasenpflege Tipps im Detail

1. Mähen – Der erste Rasenschnitt im Frühjahr

Das erste Mal Rasenmähen können Sie im Frühjahr, wenn die Wiese nach der Schneeschmelze abgetrocknet ist. Die Temperatur für das Rasenmähen sollte seit einigen Tagen über dem Gefrierpunkt liegen. Bei Frost Rasen mähen ist nicht zu empfehlen.

Das Rasen Schneiden im Frühjahr regt das Wachstum der Gräser an. Damit anschließend auch genug Sauerstoff und Licht an die Pflanzen gelangt, harken Sie den Grasschnitt nach dem ersten Rasenmähen im Frühjahr ab.

Was Sie beim ersten Rasenmähen im Frühjahr beachten sollten

Das erste Mal Rasenmähen im FrühjahrSchneiden Sie den Rasen im Frühling maximal bis zu 4 cm herunter. Kürzer sollte beim Rasen Mähen die Höhe im Frühjahr nicht sein, sonst kann die Grasfläche zu schnell austrocknen und der Rasen durch zu starke Sonneneinwirkung verbrennen und braun werden. Zu kurzer und schwacher Rasen und kahle Stellen fördern die Vermehrung von Unkraut zwischen den Rasenpflanzen. Harken Sie das Schnittgut nach dem Mähen ab.

Rasenmäher im Frühjahr überprüfen

Überprüfen Sie im Frühling vor dem ersten Rasenschnitt den Mäher: Ist das Messer noch scharf genug? Sind alle Teile noch ganz und sicher? Ist das Kabel noch intakt (bei Elektrorasenmähern) bzw. ist genug Benzin vorhanden (bei Benzinrasenmähern)? Bei Rasenmährobotern prüfen Sie den Akku und die Ladestation sowie die Verbindungen der Schleifenenden beim Begrenzungskabel und den Zustand der Räder.

2. Düngen im Frühjahr – den Boden mit Nährstoffen versorgen

Nach dem Winter brauchen die Rasenpflanzen neue Energie und Nährstoffe. Ab 5 °C beginnt im Frühling das Graswachstum und damit steigt der Nährstoffbedarf. Düngen Sie am besten, sobald es keinen Frost mehr gibt, also abhängig von der Witterung. In der Regel können Sie jedoch ab März mit dem Düngen starten.

Womit wird der Rasen im Frühjahr gedüngt?

Im Frühjahr düngen Sie Ihren Rasen am besten mit speziellem Rasendünger mit Langzeitwirkung. Dieser gibt über mehrere Monate dosiert seine Bestandteile wie beispielsweise Stickstoff an den Boden ab. Wichtig ist die gleichmäßige Verteilung des Düngemittels auf dem Rasen, am besten, wenn die Wiese trocken ist. Dafür können Sie einen Handstreuer oder einen Streuwagen benutzen. Danach wässern Sie den Rasen reichlich und wiederholen Sie dies zwei Mal wöchentlich für 20 Minuten.

Sollten Sie den Rasen gekalkt haben, warten Sie etwa vier Wochen mit der anschließenden Düngung.

Welche Nährstoffe der Rasen in Ihrem Garten wirklich benötigt, können wir mittels einer Bodenprobe und Analyse herausfinden. Anhand der Ergebnisse empfehlen wir Ihnen gern, was dem Rasen hilft, gut zu wachsen und saftig grün zu werden.

3. Vertikutieren – Frische Luft für den Boden

Verpassen Sie dem Rasen eine Frischluftkur. Das Vertikutieren sollte zwischen März und Mai erfolgen, etwa vier Wochen nach der Düngung und nach mindestens zwei Mal Rasenmähen, wobei die Rasenhöhe max. 5 cm betragen sollte.

Warum sollte man den Rasen vertikutieren?

Das Vertikutieren im Frühjahr lockert den Boden auf, belüftet ihn und regt das Graswachstum an. Es gelangt wieder mehr Feuchtigkeit in den Boden und damit an die Wurzeln der Graspflanzen. Der Rasen kann schneller wachsen und neuer Grassamen besser keimen. Empfehlenswert ist eine Bodentemperatur um die 10 °C, damit anschließend der Rasen optimal nachwachsen kann. Wenn der Rasen gut aussieht und kein Moos oder weitere unerwünschte Pflanzen gewachsen sind, verzichten Sie lieber auf das Vertikutieren im Frühjahr. Auch frisch angelegter Rasen sollte nicht zu früh vertikutiert werden, da die Graswurzeln noch nicht kräftig und tief genug ausgebildet sind.

Was passiert beim Vertikutieren?

Mit einem Vertikutierrechen oder einem elektrischen Vertikutierer wird die Grasnarbe etwa 2 mm tief angeritzt. Moose, Flechten, Unkraut, Rasenfilz und Mulch werden durch das Vertikutieren aus dem Rasen entfernt. Der Boden und damit auch der Rasen bekommen wieder Luft und Licht.

Vertikutieren Sie nicht zu tief und nicht zu oft, denn das würde die Graswurzeln auf Dauer zu stark beschädigen.

Wie und womit vertikutieren Sie am besten?

Idealerweise vertikutieren Sie Ihren Rasen an einem milden Tag, wenn der Boden weder zu feucht noch zu trocken ist. Mit einem elektrischen Gerät geht das Vertikutieren leichter, besonders bei großen Rasenflächen und starkem Rasenfilz und Moosbefall. Er ist in der Anschaffung aber teurer. Ein Vertikutierrechen ist ideal für kleinere Flächen und für Gärtner mit etwas Erfahrung und Ausdauer. Es kann schnell passieren, dass die Grasnarbe zu tief eingeritzt wird. Er ist günstiger im Preis, flexibler einsetzbar und praktischer, wenn man auch mal nur einzelne Stellen vertikutieren möchte.

Beim Vertikutieren ziehen Sie gleichmäßige Bahnen parallel zueinander. Ist die Fläche fertig, ziehen Sie im rechten Winkel dazu erneut parallele Bahnen. Danach harken Sie die Rasenfläche ab.

Sind kahle Stellen entstanden, sähen Sie Rasensamen nach, wie im Tipp 5 beschrieben.

4. Kalken – eine Wissenschaft für sich?

Zur Rasenpflege im Frühjahr gehört auch das Kalken – aber nur bei Bedarf! Kalk reguliert den pH-Wert des Bodens, verbessert dessen Struktur und regt das Bodenleben an. Das Gras wird schön saftig grün und wächst gleichmäßiger. Kalken hilft außerdem gegen Moos auf der Wiese.

Doch nicht jeder Boden benötigt im Frühling Kalk. Der Bewuchs mit Moos und Sauerampfer ist ein erstes Anzeichen dafür, dass der Boden zu sauer ist. Ganz sicher können Sie sein, wenn Sie den pH-Wert mit einem Test messen. Optimal liegt er – je nachdem, ob Sie eher einen schweren Lehmboden oder einen leichteren Sandboden haben – zwischen 5,5 und 7. In diesem Bereich können die Rasenpflanzen Nährstoffe am besten aufnehmen.

Wann und wie sollten Sie am besten im Frühjahr kalken?

Wenn der pH-Wert unter 5,5 liegt, sollten Sie Kalk ausbringen, bei einem Wert ab 6,5 ist Kalken nicht notwendig. Am besten beginnen Sie mit dem Kalken sobald der Boden nicht mehr zu feucht ist und wenn der Rasen bereits gemäht wurde. Besser ist es auch, den Boden vorher durch Vertikutieren zu belüften. Für das Kalken können Sie einen Streuwagen einsetzen. Anschließend bewässern Sie den Rasen gleichmäßig.

Doch Vorsicht: Zu viel und zu oft Kalken schadet dem Rasen mehr, als dass es nützt. Es kann den Boden auf lange Sicht auslaugen und wichtige Bodenbestandteile abbauen. Oft wird empfohlen, nur im Abstand von zwei bis drei Jahren Kalk zu geben.

Kalken und Düngen – In welcher Reihenfolge am besten?

Gartenprofis raten davon ab, gleichzeitig zu düngen und zu kalken, da die chemischen Prozesse der verschiedenen Komponenten „Nebenwirkungen“ haben können. Ob sie zuerst kalken und dann düngen oder umgekehrt, hängt auch davon ab, wie stark übersäuert der Boden ist und wie dringend der Rasen den Dünger benötigt. Müssen Sie großflächig nachsähen, ist das Düngen vor dem Kalken empfehlenswert, damit die Rasenpflanzen beim Wachsen ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Ist der Boden jedoch sehr sauer, kann es sinnvoller sein, den Boden erst mit Kalk zu versorgen. Dadurch sind später die Nährstoffe besser für die Graspflanzen verfügbar.

Zwischen dem Düngen und dem Kalken sollten – je nach verwendetem Produkt – etwa vier bis acht Wochen Zeit liegen, damit alle Bestandteile ihre Wirkung am besten entfalten können.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob und wann Kalken in Ihrem Garten notwendig ist und welche Dosierung Sie geben sollten, unterstützen wir Sie gern bei der Rasenpflege im Frühjahr. Ebenso helfen wir Ihnen beim Testen der Bodenqualität durch professionelle Bodenanalysen und geben Ihnen Hinweise, wie Sie Ihren Garten mit den richtigen Nährstoffen versorgen. Dazu empfehlen wir Ihnen nach Bedarf auch die passenden Produkte. Sprechen oder schreiben Sie uns gern an.

5. Rasen nachsäen – so bessern Sie Ihren Rasen aus.

Zur Rasenpflege im Frühling gehört auch das Ausbessern des Rasens. Vertikutieren und zu hohe Beanspruchung im Vorjahr oder auch Trockenheit können Kahlstellen verursachen. Maulwürfe, Schneeschimmel und andere Schädlinge haben Löcher oder unschöne Flecken hinterlassen. Unkräuter und Moose machen sich breit… dann wird es Zeit für eine Rasennachsaat. Dafür gibt es spezielle Rasennachsaat- und Rasenreparaturmischungen. Fragen Sie uns gern, welche Rasensamen zum Nachsäen und Ausbessern für Ihre Grünfläche gut geeignet sind.

Wann und wie Sie Rasen richtig nachsäen

Haben Sie den Rasen bereits wie in den ersten vier Schritten behandelt, ist das die beste Vorbereitung für eine Nachsaat von Grassamen. Besonders das Vertikutieren und Düngen fördern den Erfolg des Rasen Nachsäens im Frühjahr.

Im späteren Frühling sind die Witterungsbedingungen für die Reparatur des Rasens ideal. Sie sollte bei mindestens 10 °C liegen und nachts sollte es keine starken Fröste mehr geben. Damit es die Samen nicht sofort verweht, ist ein Tag mit Windstille am besten.

Mähen Sie den Rasen vor dem Säen. Nach dem gleichmäßigen Ausbringen des Saatgutes – auch hierfür gibt es Hilfsmittel wie Streugeräte – wässern Sie den Rasen vorsichtig.

Nach der Nachsaat im Frühjahr den Rasen reichlich und regelmäßig bewässernAchten Sie darauf, dass die Samen nicht weggeschwemmt werden. Sie können das Saatgut nach dem Streuen auch mit einer Walze andrücken, was eher bei leichteren Böden zu empfehlen ist. Schwere Böden werden sonst möglicherweise zu stark verdichtet. Die Grasfläche sollte je nach Witterung in den kommenden vier bis sechs Wochen morgens und/oder abends gewässert werden. Der Rasen darf nicht verbrennen und der Boden sollte nicht austrocknen.

Tipps vom Profi für den perfekten Rasen

Für das gleichmäßige Bewässern des Rasens empfehlen wir ein Bewässerungssystem. Je nach Anspruch kann die Bewässerung auch vollautomatisch und in Abhängigkeit von der Bodenfeuchte erfolgen. Als Rasenprofis projektieren und installieren wir seit vielen Jahren Bewässerungssysteme. Haben Sie Interesse an einem Angebot, sprechen oder schreiben Sie uns an!

Wollen Sie eine größere Fläche kaputten Rasen ausbessern? Vielleicht lohnt sich der Aufwand des Nachsäens nicht, sondern das Verlegen von Rollrasen könnte sinnvoller sein. Auch dazu beraten wir Sie gern.

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